„Als die Menschheit den Verstand verlor“

Astrid Lindgren ist einer meiner Lieblingsautorinnen. „Pippi Langstrumpf“, die „Brüder Löwenherz“ oder „Wir Kinder aus Bullerbü“ sind unvergessen und haben meine Kindheit und die meiner Kinder mitgeprägt. Astrid Lindgren selbst und ihre Lebensgeschichte waren mir aber trotzdem lange verborgen. Das hat sich nun geändert. Über die Weihnachtsfeiertage hatte ich endlich Zeit, ihre autobiographischen Aufzeichnungen aus den Jahren 1939 bis 1945 zu lesen. „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ lautet das Buch über ihre Tagebucheintragungen aus der Zeit des Zweites Weltkriegs.

Tagebuch als Zeitzeugnis

Auch wenn Lindgren im neutralen Schweden lebte, so gibt ihr Werk doch einen beklemmenden zeitgenössischen Einblick in jene Epoche. Lebhaft und in beeindruckender Bildsprache beschreibt sie aus Sicht einer starken und unabhängigen Frau, wie die Welt der Männer damals in den mörderischen Wahnsinn verfiel. Ihre persönlichen Erlebnisse ergänzt sie mit dokumentarischen Zeitungsausschnitten, was ihr Tagebuch zu einem Zeitzeugnis der besonderen Art werden lässt.

Die Tochter erinnert sich

In jenen Kriegs-Jahren entstand im Übrigen auch die Idee ihrer „Pippi Langstrumpf“, ein Werk das sie ursprünglich für ihre kranke Tochter Karin konzipierte.

„Doch mitten in den Wirren dieser Zeit, irgendwann im Winter 1941, begann sie plötzlich, ausgelassen von der wilden, freien Pippi Langstrumpf zu erzählen. Erst mir als Gute-Nacht-Geschichte, dann zu jeder Tageszeit einer wachsenden Kinderschar, eigenen und anderen Kindern, die immer mehr hören wollten“, erinnert sie sich in einem Nachwort an ihre Mutter.

Einer meiner absoluten Lieblingsbücher und hiermit mein Lesetipp:

Astrid Lindgren,

„Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939 – 1945“

Erschienen im Ullstein Verlag im Jahr 2015.

Gebunden und als Taschenbuch erhältlich (Richtpreis: 15 bis 30 Euro)

 

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